Sommernacht im Honigwald

Honigwald in Dunkelheit,
viele kleine Geister warten
eingehüllt im Nebelkleid,
in diesem schönen Blumengarten.

Auch der Mond will sich nun zeigen:
Da huschen sie aus dem Versteck,
bilden einen bunten Reigen,
tanzen, singen, lachen keck.

Glockenblumen klingen fein,
hauchzarte Schleier im Sommerwind.
Könnten das Elfen und Trolle sein ...?
Oder lachte da nur ein Kind?

Flügelschwirren: Schmetterlinge
werden plötzlich zu kleinen Feen,
harren da der guten Dinge,
als sie sehnsüchtig zum Himmel sehn.

Auf einen silbernen Mondenstrahl
schwebt herab das Mondenkind,
gekleidet in tiefblauer Nacht,
will genießen den Sommerwind.

Tiefschwarzes Haar in dieser Nacht
nennt weiße Feenflügel ihr eigen,
tausend Sternchen halten wacht,
als es sich einreiht ins bunte Treiben.

Pixi, der Waldtroll freundlich und nett
fasst das Mondenkind bei der Hand,
tanzen gemeinsam schwebend adrett
bis an des kleinen Teiches Rand.

Durch zerfetzte Nebelschwaden
schickt der Mond sein fahles Licht.
in dem kleinen Teich da baden
Seerosen-Elfen ihr Gesicht.

Geheime kleine Zauberwesen
aus wunderschöner Blütenwelt,
die nicht für jeden sichtbar werden
dessen Auge auf sie fällt.

Mondlaternes Silberschein
erfüllt den kleinen Honigwald,
Flöten und Glöckchen klingen ganz rein,
dämmert der Morgen nicht schon bald?

Morgenröte am Horizont,
schnell entschwebt das Mondenkind,
Elfen und Trolle huschen davon.
Was bleibt ist lauer Sommerwind.

Erika Herkt-Skupin
Juni 2002